Der große Seagate Barracuda Testbericht – 2018

Aus gegebenem Anlass nehmen wir die aktuellen Topmodellen der Seagate Guardian-Reihe genauer unter die Lupe und unterziehen sie einem ausführlichen Test. Hierbei interessieren uns insbesondere die Benchmark bzw. Performanceergebnisse der einzelnen Festplatten. Größer, besser, schneller lautet hier die Devise. So bietet Seagate in der Barracuda-Pro Reihe mittlerweile auch für den Desktop-Einsatz Speichergrößen bis zu 12TB (ST12000DM0007), welche bei anderen Herstellern nur Enterprise-Kunden vorbehalten sind. Dank einer Helium-Füllung hat es Seagate geschafft bei gleicher Performance die Leistungsaufnahme gegenüber älteren Modellen deutlich zu senken.

Seagate Barracuda

Wer nach einer neuen Festplatte für Zuhause sucht, der stößt früher oder später auf die Seagate Barracuda, welche mit bis zu 4TB Speicherplatz angeboten wird. Die Preise für das kleinste Modell (1TB) starten bei ca. 45€ und liegen damit ungefähr auf dem gleichen Niveau wie das Äquivalent von Western-Digital (WD Blue 1TB). Etwas verwirrt hat uns bei der Recherche, dass Seagate nur die Pro-Variante ausdrücklich mit 7200rpm bewirbt. Ein Blick in das englischsprachige Benutzerhandbuch verrät aber, dass auch die normalen Barracudas mit 7200 Umdrehungen pro Minute laufen. Wir vermuten, dass das von Seagate marketingtechnisch bewusst etwas unklar dargestellt wird, um Kaufanreize für das höherpreisige Pro-Modell zu schaffen.

Seagate bewirbt die Festplatte für Desktop-Computer und Homeserver. Gibt allerdings als maximale Belastung 2.400 Betriebsstunden im Jahr an. Offensichtlich geht Seagate davon aus, dass Homeserver in der Regel nicht 24/7 laufen.

Technische Daten (ST2000DM006):

Cache 64MB
Bytes pro Sektor 4.096
Schnittstelle SATA mit 6 Gbit/s
Maximale Datenübertragungsrate 210 MB/s
Stromverbrauch im Betrieb 5,4 W
Betrieb in Stunden pro Jahr 2400
Garantie 2 Jahre

 

Benchmark (ST2000DM006):

Die Benchmarkergebnisse der günstigen 2-TB-Festplatte können sich durchaus sehen lassen. Der vom Hersteller angegebene maximale Datendurchsatz von 210 MB/s konnte im Test erreicht werden. Beim Lesen und Schreiben von kleinen Random-Files macht die Platte ebenfalls eine gute Figur. Hier kann sie jedoch nicht mit den Werten der fast doppelt so teuren Western-Digital Black (WD1003FBYZ-010FB0) mithalten. Aufgrund des enormen Preisunterschiedes ist dies jedoch zu verschmerzen.

Seagate Barracuda-Pro

Die Festplatten aus der Barracuda-Pro Reihe sind mit bis zu 12TB Speicherplatz zu haben und starten preislich bei ca. 125€ für das kleinste (2TB) Modell. Damit kosten sie fast doppelt so viel, wie die Einstiegsmodelle. In unserem Test möchten wir unter anderem herausfinden, ob dieser Preis gerechtfertigt ist. Im Gegensatz zu den einfachen Barracudas, wird hier von Seagate ausdrücklich mit 7200 U/min geworben. Die Festplatten sind außerdem für den Dauerbetrieb ausgewiesen und haben eine beschränkte Herstellergarantie von fünf Jahren.

Technische Daten (ST4000DM006):

Cache 128MB
Bytes pro Sektor 512
Schnittstelle SATA mit 6 Gbit/s
Maximale Datenübertragungsrate 220 MB/s
Stromverbrauch im Betrieb 6,7 W
Betrieb in Stunden pro Jahr 8760
Garantie 5 Jahre

 

Benchmark (ST4000DM006):

Getestet haben wir die 4-TB große ST4000DM006. Die Testergebnisse waren durchweg überzeugend. Mit einer vom Hersteller angegebenen maximalen Datenübertragungsrate von 220MB/s liegt die Barracuda-Pro-Festplatte nur unwesentlich über dem Wert des günstigeren Pendants aus der Standardreihe. Deutlich überlegen ist sie allerdings beim zufälligen Lesen und Schreiben von vielen kleinen Dateien.  Hier sind die Ergebnisse beinahe doppelt so gut, wie bei der vorher getesteten Einsteigerplatte. Gerade bei Datenbankanwendungen lohnt es sich also den Preisaufschlag in Kauf zu nehmen. Außerdem unterliegen die Geräte der Pro-Reihe laut Seagate deutlich strengeren Qualitätskontrollen. Das wird insbesondere für Anwender interessant sein, welche auf eine besonders hohe Zuverlässigkeit angewiesen sind. Sollte es innerhalb der ersten zwei Jahre zu Datenverlust kommen, kann man die „Seagate Rescue Data Recovery“-Option in Anspruch nehmen und die Festplatte bei Seagate einschicken. Dort versucht man dann eine Datenwiederherstellung im Labor. Diesen Service mussten wir glücklicherweise noch nicht in Anspruch nehmen.

 

Benchmarkergebnisse:

 

Fazit:

Beide getesteten Seagate-Festplatten bieten eine ordentliche Leistung und schonen dabei den Geldbeutel. Insbesondere die Pro-Variante überraschte uns mit außergewöhnlich guten Benchmarkergebnissen gegenüber der preislich vergleichbaren Western-Digital Black. In der Vergangenheit ist Seagate allerdings mit einer deutlich höheren Ausfallrate gegenüber anderen Herstellern aufgefallen. Es bleibt abzuwarten, ob dieses Problem mittlerweile der Vergangenheit angehört oder immer noch Verbesserungsbedarf besteht. Wir werden unsere Test-Platten in den kommenden Monaten rund um die Uhr arbeiten lassen und diesen Testbericht zu gegebener Zeit aktualisieren.